Frühjahrsputz am Haus außen: Wo fängt man an?
Im Frühjahr fällt der Blick zum ersten Mal seit Monaten wieder genauer auf die Außenflächen. Und meist sieht es nicht gut aus: grünstichige Fassadenecken, eine glitschige Terrasse, Streusalzränder am Sockel und Laubreste, die den ganzen Winter in der Dachrinne lagen. Die Versuchung ist groß, dort loszulegen, wo es am meisten stört. Sinnvoller ist eine feste Reihenfolge.
Die Regel lautet: von oben nach unten. Jede Reinigung löst Schmutz, Grünbelag und Wasser, und das läuft der Schwerkraft folgend nach unten. Wer die Terrasse zuerst macht und danach die Fassade darüber, verschmutzt die frisch gereinigte Fläche gleich wieder. Deshalb beginnen Sie ganz oben am Dach und enden am Eingangsbereich auf Bodenniveau.
Was der Winter an den Außenflächen hinterlässt
Bevor Sie zur Checkliste greifen, lohnt ein Blick darauf, womit Sie es überhaupt zu tun haben. Der Winter setzt den Außenflächen auf mehrere Arten zu, und nicht jeder Belag lässt sich gleich behandeln.
Streusalz und Taumittel
Streusalz von Wegen und Einfahrten zieht sich über die Schuhe bis in den Eingangsbereich und hinterlässt weiße, krustige Ränder. Auf Naturstein und Beton kann Salz langfristig die Oberfläche angreifen und zu Ausblühungen führen. Im Frühjahr sollten Salzreste deshalb gründlich abgespült werden, nicht nur abgekehrt.
Moos, Grünalgen und Biofilm
Feuchtigkeit und wenig Sonne über den Winter sind ideale Bedingungen für Moos und Grünalgen. Sie siedeln sich auf Dachflächen, an der Wetterseite der Fassade, in Fugen und auf schattigen Terrassen an. Dieser grüne, oft glitschige Biofilm ist nicht nur unschön, auf Wegen und Stufen wird er schnell zur Rutschgefahr.
Laub und organische Reste
Was im Herbst nicht entfernt wurde, hat den Winter über in Dachrinnen, Fallrohren und Ecken gelegen. Nasses Laub zersetzt sich, verstopft Abläufe und bildet Humus, auf dem im Frühjahr prompt der nächste Bewuchs keimt. Verstopfte Rinnen sind außerdem ein Grund für Feuchteschäden an der Fassade.
Auch an weniger offensichtlichen Stellen lagert sich über den Winter Material ab. In Sockelnähe sammelt sich Spritzwasserschmutz, an Nordseiten setzt sich ein dunkler, festsitzender Belag fest und auf horizontalen Flächen wie Fensterbänken oder Mauerabdeckungen bildet sich eine Kruste aus Staub, Pollen und Algen. Wer beim Frühjahrsputz auch diese Stellen mitnimmt, verhindert, dass sich der Bewuchs von dort aus erneut auf die größeren Flächen ausbreitet.
Die Checkliste: von oben nach unten
Diese Reihenfolge sorgt dafür, dass Sie keine Fläche doppelt reinigen müssen. Arbeiten Sie die Punkte der Reihe nach ab.
1. Dach
Das Dach steht ganz oben, im Wortsinn. Hier sammeln sich über den Winter Moos und Flechten, vor allem auf der Nordseite und unter Bäumen. Ein bemooster Dachstein hält Feuchtigkeit, das beschleunigt die Alterung und kann bei Frost zu Abplatzungen führen. Wichtig: Das Dach ist kein Ort für Eigenleistung. Absturzgefahr, empfindliche Eindeckungen und die richtige Technik sprechen klar für einen Fachbetrieb.
- Sichtprüfung vom Boden oder aus dem Dachfenster: Wo ist der Bewuchs am dichtesten?
- Lose oder verrutschte Ziegel und Steine notieren, das ist ein Fall für den Dachdecker, nicht für die Reinigung.
- Reinigung mit Langzeitschutz vom Fachbetrieb einplanen, nicht selbst aufs Dach steigen.
2. Dachrinne und Fallrohr
Direkt nach dem Dach folgt die Dachrinne. Hier liegt das Herbstlaub, das den Winter über zu einer feuchten Masse geworden ist. Eine verstopfte Rinne läuft über, das Wasser landet an der Fassade und am Sockel, genau dort, wo später Grünbelag entsteht. Im Frühjahr leeren und durchspülen ist Pflicht, bevor die ersten kräftigen Regenfälle kommen.
- Laub und Schlamm aus der Rinne entfernen, Reste mit Wasser durchspülen.
- Fallrohr auf Durchgängigkeit prüfen, ein verstopftes Rohr verrät sich durch stehendes Wasser.
- Im Erdgeschoss mit sicherer Leiter machbar, bei mehreren Geschossen oder ohne sicheren Stand: Fachbetrieb.
3. Fassade
Die Fassade zeigt nach dem Winter oft den typischen Grünschleier an der Wetter- und Schattenseite. Kleine, gut erreichbare Flächen im Erdgeschoss lassen sich mit Geduld und einer weichen Bürste selbst angehen. Sobald es höher hinausgeht oder der Bewuchs flächig ist, wird es schwierig: Sie brauchen sicheren Zugang, und der Untergrund verträgt keinen rohen Hochdruck. Putz, Klinker und vor allem wärmegedämmte Fassaden reagieren empfindlich.
Eine fachgerechte Fassadenreinigung arbeitet mit Heißwasser bei einem auf den Untergrund abgestimmten Druck, nicht mit roher Gewalt. Die Wärme löst Algen und Grünbelag, ohne dass der Putz mechanisch zu stark beansprucht wird. Mehr dazu im Ratgeber zur Fassadenreinigung.
Ein häufiger Fehler bei der Eigenleistung ist der Griff zum Hochdruckreiniger auf höchster Stufe. Was auf einer robusten Betonfläche noch funktioniert, schlägt auf einer wärmegedämmten Fassade die oberste Schicht ab und treibt Wasser hinter den Putz. Schäden dieser Art zeigen sich oft erst Wochen später als feuchte Stellen oder abplatzender Anstrich. Im Zweifel ist eine kleine Testfläche an unauffälliger Stelle sinnvoller als ein flächiger Versuch mit voller Leistung.
4. Terrasse und Wege
Jetzt sind Sie auf Bodenniveau angekommen. Terrasse, Gehwege und Einfahrt haben über den Winter Streusalz, Moos und Schmutz abbekommen. In den Fugen sitzt Grünbelag, der die Flächen rutschig macht. Kleine Flächen mit Naturstein, Beton oder WPC lassen sich oft selbst reinigen, wobei die Methode zum Belag passen muss. Naturstein verträgt zum Beispiel keine aggressiven, säurehaltigen Mittel. Bei großen Stein- und Pflasterflächen lohnt der Fachbetrieb, schon wegen des Aufwands.
- Lose Verschmutzung und Laubreste abkehren, bevor Wasser ins Spiel kommt.
- Belag bestimmen: Naturstein, Beton, WPC und Klinker brauchen jeweils eine passende Methode.
- Streusalzränder gründlich abspülen, nicht nur trocken abkehren.
- Bei großen Flächen oder hartnäckigem Bewuchs eine professionelle Reinigung erwägen.
5. Eingangsbereich
Zum Schluss der Eingangsbereich: Hauseingang, Treppenstufen, Vordach und der Platz für die Mülltonnen. Hier sammelt sich der Schmutz, der von allen darüberliegenden Flächen heruntergespült wurde, deshalb steht er ganz am Ende. Stufen sind besonders wichtig, denn glatter Grünbelag auf einer Treppe ist eine echte Sturzgefahr. Dieser Bereich ist fast immer Eigenleistung und schnell erledigt, wenn alles darüber bereits sauber ist.
Selbst machen oder Fachbetrieb?
Nicht jede Fläche ist gleich. Die ehrliche Antwort: Vieles können Sie selbst, aber nicht alles, und an manchen Stellen ist Eigenleistung schlicht riskant oder bringt nicht das Ergebnis, das Sie sich vorstellen.
Das geht in Eigenleistung
- Wege, kleine Terrassen und der Mülltonnenplatz mit Bürste und Wasser.
- Eingangsbereich, Stufen und Vordach.
- Dachrinne im Erdgeschoss, sofern ein sicherer Stand gewährleistet ist.
- Kleine, gut erreichbare Fassadenecken mit weicher Bürste.
Das gehört in fachkundige Hände
- Das Dach, immer, wegen Absturzgefahr und empfindlicher Eindeckung.
- Hohe Fassaden, die nur über Gerüst oder Arbeitsbühne erreichbar sind.
- Große Steinflächen, bei denen Aufwand und Materialwissen den Eigenversuch übersteigen.
- Flächen mit dickem, jahrelang gewachsenem Bewuchs, der einen Langzeitschutz sinnvoll macht.
Beim Zugang in der Höhe lohnt ein realistischer Blick auf die Kosten. Die Arbeitsbühne wird je Tag nach Arbeitshöhe berechnet: 599,00 € netto (712,81 € brutto) pro Tag bis 30 m Arbeitshöhe, 1.099,00 € netto (1.307,81 € brutto) bis 37 m und darüber 1.699,00 € netto (2.021,81 € brutto). Ein Rollgerüst wird immer wochenweise berechnet, ab 349,00 € netto (415,31 € brutto) pro Woche. Das sind Richtwerte, keine Festpreise. Wer das selbst stemmen will, zahlt für sicheres Equipment oft mehr, als eine professionelle Reinigung insgesamt kostet, und trägt das Risiko allein.
Warum Sie früh im Frühjahr planen sollten
Der frühe Zeitpunkt hat zwei handfeste Vorteile. Erstens fachlich: Der über den Winter gewachsene Bewuchs ist im zeitigen Frühjahr noch jung und nicht tief verkrustet. Je früher er entfernt wird, desto weniger hat er Zeit, sich in Fugen und Poren festzusetzen, und desto leichter geht die Reinigung. Lässt man die Flächen bis in den Sommer vergrünen, wird der Aufwand größer.
Zweitens organisatorisch: Sobald die ersten warmen Tage kommen, denken alle gleichzeitig an den Frühjahrsputz. Die Terminkalender der Fachbetriebe füllen sich ab dem Frühjahr schnell. Wer eine Reinigung von Dach, Fassade oder großen Steinflächen plant, sichert sich mit einer frühen Anfrage den passenden Termin, statt wochenlang zu warten.
Praktisch heißt das: Verschaffen Sie sich am besten schon im Spätwinter einen Überblick. Gehen Sie einmal um das Haus, notieren Sie, welche Flächen betroffen sind, und teilen Sie die Liste in Eigenleistung und Fachbetrieb auf. Für die Flächen, die zum Fachbetrieb gehören, holen Sie früh eine Einschätzung ein. So vermeiden Sie, dass am Ende mehrere Gewerke gleichzeitig anstehen und Sie bei jedem auf einen Termin warten. Eine klare Liste hilft außerdem, den Aufwand realistisch einzuschätzen, statt sich an einem warmen Wochenende zu viel auf einmal vorzunehmen.
So sichern Sie sich einen belastbaren Preis
Für die Flächen, die zum Fachbetrieb gehören, gibt es zwei einfache Wege zu einem verlässlichen Preis. Über den Preisrechner geben Sie Fläche, Untergrund und Verschmutzungsgrad ein und erhalten eine erste, unverbindliche Preisindikation. Und über die kostenlose Probefläche sehen Sie das Ergebnis an einem Abschnitt Ihrer eigenen Fläche, bevor Sie etwas beauftragen. Auf dieser Grundlage entsteht ein verbindlicher Festpreis. Steinflächen reinigen wir in jeder Größe, den Preis größerer Flächen kalkulieren wir gestaffelt.
