Was Chlor an der Fassade wirklich macht
Chlor wirkt als Bleichmittel. Es entfärbt den grünen oder schwarzen Bewuchs, sodass die Fassade nach der Anwendung deutlich heller und sauberer aussieht. Genau das täuscht: Der Belag ist nicht entfernt, sondern nur entfärbt. Algen, Sporen und Biofilm bleiben weitgehend auf der Oberfläche zurück. Sobald wieder Feuchtigkeit und Schatten zusammenkommen, wächst der Grünbelag erneut, oft schon nach kurzer Zeit. Der Effekt ist kosmetisch, nicht ursächlich.
Hinzu kommt: Chlor ist reaktiv. Auf hellem Putz kann es Schlieren hinterlassen, an Metallteilen wie Fensterbänken, Geländern oder Regenrinnen fördert es Korrosion, und benachbarte Pflanzen und Rasenflächen nehmen Schaden, wenn das Mittel abläuft. Die scheinbar einfache Lösung kann so neue Probleme schaffen.
Ist Fassadenreinigung mit Chlor erlaubt?
Hier ist Vorsicht geboten. Das Reinigen einer Fassade im Freien führt fast zwangsläufig dazu, dass Reinigungsflüssigkeit über die Wand, den Boden und die Kanalisation abläuft. Chlorhaltige und stark wirksame Biozide dürfen nicht ungehindert ins Erdreich oder ins Abwasser gelangen. Je nach Mittel, Menge und örtlicher Satzung kann das gegen Wasser- und Umweltrecht verstoßen. Wer großflächig mit Chlor hantiert und das Wasser ungefiltert ablaufen lässt, bewegt sich schnell in einem rechtlichen Graubereich oder darüber hinaus.
Für Privatpersonen an kleinen Flächen wird das selten verfolgt, ändert aber nichts an der Sachlage. Ein Fachbetrieb muss diese Vorgaben kennen und einhalten, sowohl bei der Wahl des Mittels als auch beim Umgang mit dem anfallenden Wasser. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zu Schmutzwasser und Vorschriften.
Und was ist mit Hausmitteln?
Essig, Soda, Backpulver oder Spülmittel werden oft als sanfte Alternative empfohlen. Für einen kleinen Fleck an einer gut erreichbaren Stelle mögen sie genügen. Für eine ganze Fassade sind sie aus mehreren Gründen ungeeignet. Essig ist eine Säure und kann mineralische Putze und Fugen angreifen. Die Wirkung gegen den eigentlichen Biofilm ist begrenzt, und ohne Schutzschicht kehrt der Bewuchs auch hier zurück. Dazu kommt der Aufwand und das Risiko bei der Arbeit in der Höhe.
Das eigentliche Problem bleibt bei allen Mitteln dasselbe: Grünalgen, Moos und Flechten sind ein biologischer Bewuchs, der dort entsteht, wo es feucht und schattig ist. Kein Mittel ändert diese Bedingungen. Entscheidend ist, den Biofilm vollständig zu lösen und die Rückkehr zu verzögern, nicht ihn nur kurz zu bleichen.
Welches Mittel zur Fassadenreinigung ist das richtige?
Die ehrliche Antwort: Die Frage ist falsch gestellt. Es braucht gar kein Mittel. Putz, Klinker, Naturstein, Sichtbeton und wärmegedämmte Fassaden reagieren völlig unterschiedlich, und was auf robustem Klinker funktioniert, kann einen empfindlichen WDVS-Oberputz schädigen. Genau deshalb arbeiten wir nicht mit Produkten, sondern mit Hitze: Heißes Wasser tötet den biologischen Bewuchs samt Sporen ab und löst ihn von der Oberfläche.
Sauber von Dauer setzt deshalb weder auf Chlor aus dem Baumarkt noch auf Reinigungsmittel. Gereinigt wird mit Heißwassertechnik bei einem auf den Untergrund abgestimmten Druck, sodass der Bewuchs über die Wärme gelöst wird, statt die Oberfläche mit Gewalt oder Bleiche zu strapazieren. Nur bei besonders hartnäckigen Verschmutzungen an Fassade oder Stein kommt punktuell ein alkalischer Reiniger dazu, und auch das nur dort, wo das Material es verträgt. Der anschließende Langzeitschutz verzögert die Rückkehr des Grünbelags spürbar.
Warum der Langzeitschutz wichtiger ist als das Mittel
Eine Reinigung ohne Schutz ist nur eine Momentaufnahme. Auf feuchten, beschatteten Nordseiten ist der Grünbelag oft schon nach zwei bis drei Jahren wieder sichtbar, egal mit welchem Mittel gereinigt wurde. Ein wirksamer Langzeitschutz auf einer wirklich sauberen, intakten Oberfläche verlängert diesen Abstand deutlich. Genau deshalb ist die Reihenfolge entscheidend: erst materialschonend und vollständig reinigen, dann schützen. Auf diesen Schutz geben wir 4 Jahre Garantie.
